Seit November 2025 verlängert Microsoft die klassischen Enterprise Agreements (EA) für Unternehmen unter 2.400 Nutzern nicht mehr. Doch auch verbleibende EA-Kunden sind von gravierenden Änderungen der Microsoft Preisstrukturen betroffen: Für sie fallen die Preisstaffeln mit den Volumenrabatten ebenfalls weg. Was sich bei den Lizenzstrukturen im Detail geändert hat und welche alternativen Lizenzmodelle (Stand 2026) es gibt.
Was hat sich bei Microsoft EA Lizenzmodellen geändert?
Die Grundvoraussetzung für Unternehmen, um am Enterprise Agreement teilnehmen zu können, waren bis Ende 2024 mindestens 500 Nutzer von Microsoft-Lizenzen. Microsoft EA gehörte damit zu den am häufigsten genutzten Programmen für Lizenzen und Cloud-Diensten bei mittelgroßen bis sehr großen Unternehmen. Zusätzlich gab es eine Preisstaffelung, die über mehrere Stufen einen deutlichen Mengenrabatt auf die Lizenzpreise pro Nutzer gewährte. Seit November 2025 hat Microsoft seine Lizenzierungsstrategie jedoch drastisch geändert:
Neue Mindestgrenzen für Enterprise Agreements
Mit Wirkung zum 01. November 2025 wurde die Mindestgrenze für das Microsoft Enterprise Agreement auf 2.400 Lizenzen angehoben. Läuft also die bestehende EA-Vereinbarung aus, und liegt das Unternehmen unterhalb der neuen Grenze von 2.400 Nutzern, kann kein neues Enterprise Agreement mehr abgeschlossen werden. Betroffene Organisationen müssen sich dann mit den möglichen Alternativen beschäftigen: mit dem Cloud Solution Provider (CSP)-Modell oder dem Microsoft Customer Agreement for Enterprise (MCA-E).
Welche Unternehmen sind betroffen und was passiert mit laufenden EA-Verträgen?
Betroffen von dieser Änderung sind folglich alle Unternehmen mit EA-Vereinbarungen, die zwischen 500 und 2.400 Microsoft-Lizenzen im Einsatz haben. Seit dem 01. Januar werden die bestehenden Enterprise Agreements nicht mehr verlängert, indirekte EA-Vereinbarungen bleiben vorerst unberührt. Unternehmen, deren dreijähriger EA-Vertrag in 2025 noch nicht ausgelaufen ist, behalten ihre vereinbarten Konditionen und Preise noch bis zum regulären Vertragsende. Spätestens dann müssen auch sie auf alternative Lizenzmodelle wechseln.
Preisänderungen auch für verbleibende EA-Kunden
Neben der Anhebung der Mindestgrenze hat Microsoft eine zweite, weitreichende Änderung beschlossen, die auch Großunternehmen betrifft, die weiterhin ein EA abschließen können: Ab dem 1. November 2025 entfallen die bisherigen Preisstaffeln im Enterprise Agreement vollständig.
Bisher gab es vier Preisniveaus (Level A bis D): Je mehr Lizenzen ein Unternehmen bezog, desto günstiger wurde der Preis pro Nutzer. Wer also in Level C oder D eingestuft war, profitierte von spürbaren Mengenrabatten. Diese Staffelung wird abgeschafft. Künftig zahlen alle EA-Kunden den Listenpreis – entsprechend Level A, also dem Preis, der öffentlich auf Microsoft.com ausgewiesen ist.
Was das konkret bedeutet: Unternehmen, die bisher in Level B, C oder D eingestuft waren, müssen je nach bisherigem Level mit Preissteigerungen von 6 bis 13 Prozent rechnen – ohne dass sich an Umfang oder Nutzung der Lizenzen etwas ändert. Die Änderung gilt für Cloud-Dienste wie Microsoft 365, Dynamics 365 und Azure, nicht für On-Premises-Software wie SQL Server oder Office in der Dauerlizenz.
Wann greift die Änderung? Die neuen Preise gelten ab dem 1. November 2025 – bei der nächsten Vertragsverlängerung oder wenn neue Online-Dienste hinzugebucht werden, die bisher nicht im Vertrag enthalten waren. Wer seinen EA-Vertrag noch vor diesem Datum verlängert hat, konnte sich unter Umständen die alten Konditionen noch für eine weitere Laufzeit sichern.
Durch den Wegfall der Preisstaffeln verlieren große Unternehmen außerdem ein zentrales Verhandlungsinstrument gegenüber Microsoft. Die Verhandlungsmacht verschiebt sich damit weiter in Richtung Microsoft.
Was sind die Alternativen zu Microsoft EA?
Mit dem Ende der Enterprise Agreements können Unternehmen entweder auf das Microsoft Customer Agreement for Enterprise (MCA-E) wechseln oder die Lizenzen über einen Cloud Solution Provider (CSP) beziehen:
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Das Cloud Solution Provider (CSP) als neuer Standard
Das CSP-Modell ist die von Microsoft empfohlene Alternative zum EA-Programm für mittelständische Unternehmen: Hier übergibt Microsoft die direkte Betreuung seiner Unternehmen an autorisierte Partner. Lizenzen werden über die sogenannten CSP-Partner bezogen, die bedarfsgerechte Lizenzmodelle erarbeiten und die komplette Vertragsabwicklung mit Microsoft übernehmen.
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Das Microsoft Customer Agreement (MCA / MCA-E)
Das MCA-E ist ein Lizenzmodell, bei dem Unternehmen ihre Microsoft-Dienste direkt von Microsoft beziehen. Unternehmen mit eigenen Ressourcen und dem nötigen Know-how in Lizenzverwaltung können auf das MCA-E wechseln.
Wichtig zu wissen: Das MCA-E ist rein cloud-orientiert. On-Premises-Lizenzen mit Software Assurance (SA) – also mit Upgrade-Rechten, Hybrid Use Rights für Azure oder Lizenzmobilitäts-Vorteilen – sind über MCA-E nicht abgedeckt.
Unternehmen, die weiterhin On-Premises-Infrastruktur betreiben (z. B. Windows Server, SQL Server), benötigen dafür eine separate Lizenzierungslösung oder müssen diese Workloads vollständig in die Cloud migrieren. Zudem sind die Vertragsbedingungen beim MCA-E standardisiert: Individuelle Anpassungen oder feste Preisgarantien über mehrere Jahre sind nicht möglich, da Microsoft die Konditionen einseitig ändern kann.
Wieso beendet Microsoft EA?
Microsoft beendet bzw. ändert seine Lizenzstrategie für das klassische Enterprise Agreement, um die Preis- und Vertragsverwaltung zu vereinfachen. Das EA-Lizenzprogramm wurde vornehmlich für Großunternehmen entwickelt, um langfristig planbare Lizenzmodelle zu bieten und hohen Compliance-Anforderungen gerecht zu werden. Doch für kleinere und mittelständische Unternehmen waren die EA-Vertragsstrukturen zu komplex, teuer und unflexibel. Daher können ab sofort nur noch sehr große Organisationen Enterprise Agreements abschließen.
Im Umkehrschluss fallen durch die Umstellung Volumenrabatte aus den EA-Vereinbarungen für Unternehmen unter 2.400 Nutzern weg und Microsoft kann dadurch die Wirtschaftlichkeit stärken.
Was sollten Unternehmen tun, deren EA-Verträge auslaufen und nicht verlängert werden?
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Da der Wegfall der Volumenrabatte oft zu einer Preissteigerung führt, müssen betroffene Unternehmen ihre Lizenzierung zeitnah überprüfen und strategisch neu ausrichten.
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IT- oder Software-Verantwortliche sollten frühzeitig Maßnahmen ergreifen, um Lizenzkosten zu optimieren und Budgetbelastungen zu reduzieren.
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Dazu gehört die Bestandsaufnahme der genutzten Lizenzen sowie die Anpassung der gesamten Lizenzierung an den tatsächlichen Bedarf. So lassen sich nicht nur unnötige Mehrkosten vermeiden, sondern im besten Fall der Wegfall der Volumenrabatte kompensieren.
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Ein erfahrener und seriöser CSP-Partner kann an dieser Stelle alle Optionen prüfen und unverbindlich beraten.
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Unternehmen, deren EA-Vertrag nach dem 1. November 2025 ausläuft, sollten außerdem prüfen, ob eine vorzeitige Verlängerung noch unter den alten Preisstaffeln möglich ist. Das kann, je nach bisherigem Level, mehrere Prozent Einsparung pro Jahr bedeuten.
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Darüber hinaus gilt: Wer den Wechsel zu CSP oder MCA-E plant und bislang On-Premises-Software mit Software Assurance nutzt (z. B. Windows Server, SQL Server), sollte frühzeitig klären, wie diese Workloads künftig abgedeckt werden, denn weder CSP noch MCA-E beinhalten Software Assurance standardmäßig.
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